Bericht der AG Kultur für die MV am 8.3.2016

Bericht der AG ‚Kultur für alle‘ für die Mitgliederversammlung des Kultur- und Museumsvereins Bolongaro am 8. März 2016
In dieser Arbeitsgruppe haben mitgearbeitet:
Hubert Schmitt, Noura Taibi, Veysel Bulut, Hauke Hummel, Klemens Mielke,
Edgar Weick
Der Kultur- und Museumsverein Bolongaro wurde mit dem Ziel gegründet, sich für eine
künftige kulturelle Nutzung des Bolongaropalastes „im Sinne einer ‚Kultur für alle’“
einzusetzen. Es war daher naheliegend, diesen weitreichenden kulturpolitischen
Gedanken, der auf das Engste mit Hilmar Hoffmann verbunden ist (sein grundlegendes
Werk mit dem Titel „Kultur für alle“ ist 1979 erschienen), zu aktualisieren und mit dem
Blick auf die Besonderheiten des Frankfurter Westens zu konkretisieren.
Die Arbeitsgruppe hat sich in der Zeit vom November 2014 bis zum Sommer 2015
mehrmals im Restaurant Kekik getroffen und in anregenden Gesprächen die
Dimensionen einer „Kultur für alle“ ausgelotet. Die Arbeitsgruppe war sich von
Anbeginn an einig, daß der von Hilmar Hoffmann geprägte Begriff erweitert werden
muß: er muß geöffnet werden für die kulturelle und ethnische Vielfalt der hier
lebenden Menschen.
Aus den Gesprächen und Protokollen ist der Entwurf eines Memorandums „Kultur für
alle – Kultur mit allen“ mit einem ergänzenden konkretisierenden Text hervorgegangen,
der einen „erweiterten“ Kulturbegriff in den Mittelpunkt stellt. Wir sehen in einer
„Kultur für alle“ und einer „Kultur mit allen“ – und das wären dann Stichworte einer
neuen Leitidee:
 den Ort und die Ausdrucksform der menschlicher Begegnung
 den Reichtum der Vielfalt und der gelebten Differenz
 die Lebendigkeit, das Offene, das Suchende
 die Toleranz und Anerkennung
 die Neugierde gegenüber dem Anderen
 die Erinnerung und das Suchen nach Identität
 die gelebte Alltagskultur
Eine Einladung soll an alle Menschen, die hier im Frankfurter Westen leben,
ausgesprochen werden, sich in ihrer jeweiligen eigenen Ausdrucksform kulturell
mitteilen zu können, in den spezifischen Formen der Kunst, des Theaters, der Musik
und der Literatur. Unsere Kultur findet so eine Erweiterung durch die Kultur der
Menschen, die einmal als Migranten gekommen sind und heute unverzichtbarer Teil
unserer Gesellschaft sind.
„Wir stellen uns vor, der Bolongaropalast soll ein Ort sein für eine Art Kaleidoskop der
verschiedenen Kulturen und Volksgruppen sowie der verschiedenen Stadtteile des
Frankfurter Westens. … Jeder kann im Palast eine Plattform erhalten, um sich den
anderen, die im Westen leben aber nicht dieser Gruppe angehören, vorzustellen, damit
man sich besser kennen lernt. Neben einer Vielfalt kulturellen Angebots wird dadurch
eine bessere Verständigung, ein besseres Miteinander der Bewohner im Frankfurter
Westen herbeigeführt.“
Die Stadtteilkultur in ihrer ganzen Vielfalt, Musik, Kleinkunst, Kultur des
Zusammenseins in den Vereinen der Migrantenorganisationen gehören ebenso dazu, wie
das kulturelle Angebot, für das der Bolongaropalast jetzt schon der würdige Ort und
Rahmen ist. Diesen Ort auch anderen Frankfurter Museen und kulturellen Einrichtungen
anbieten zu können, kann die Kultur Frankfurts bereichern und den Frankfurtern einem
neuen Blick auf den Frankfurter Westen ermöglichen.
Geplant war, diese Überlegungen mit kommunalen Kulturpolitikern, mit interessierten
Vereinen, die dem Höchster Vereinsring angehören und mit Migranten-Vereinen des
Frankfurter Westens zu diskutieren. Hilmar Hoffmann und Willy Praml haben bereits
zugesagt, an solchen Gesprächen teilzunehmen.
Überlegt wurde auch, zu besonderen „Themen“ einzuladen, zu der die anspruchsvolle
Leitidee „Kultur für alle – Kultur mit allen“ herausfordert.
Edgar Weick